Endlich hat es geklappt !

Gastgeber SG Bornhöved/Schmalensee gewinnt erstmals den Honda-Cup

Die Jungs hatten richtig Bock, den Honda-Cup endlich zu gewinnen.

Ralf Hartmann, Trainer SG Bornhöved/Schmalensee

Von Jürgen Brumshagen

Honda Cup Sieger 2018
Im 23. Versuch hat es endlich geklappt: Die von Ralf Hartmann (hinten, 2. v. li.) trainierte SG Bornhöved/Schmalensee gewann gestern erstmals ihr eigenes Fußball-Hallenturnier um den Honda-Cup. © Sönke Ehlers

Bornhöved. 22 Mal nahm der TSV Bornhoved und seit wenigen Jahren die SG Bornhöved/Schmalensee vergeblich Anlauf, das eigene Fußball-Hallenturnier zu gewinnen. Beim 23. Versuch wurde der Fluch besiegt: Mit einem 2:1 gegen Rekordsieger TSV Wankendorf sicherte sich das Team von Trainer Ralf Hartmann erstmals den Honda-Cup. „Wir sind superglücklich !“, jubelte Jonas Griese, der beide SG-Treffer erzielte. Dritter wurde die Auswahl Ein Herz für Kinder. Der entthronte Pokalverteidiger setzte sich gegen SV Tungendorf II mit 5:2 durch.

SG-Trainer Ralf Hartmann strahlte: „Die Jungs hatten richtig Bock, den Honda-Cup zu gewinnen. Dass sie in der Halle einiges bewegen können, wussten sie spätestens seit dem Erreichen des Halbfinales beim Segeberger Masters. Die Mannschaft hat von Anfang bis Ende Vollgas gegeben und sich mit dem Titelgewinn belohnt.“

Ohne einen Punkt abzugeben, rauschte der Verbandsliga-Siebte Bornhöved/Schmalensee durch die Vor- und Zwischenrunde. „Jetzt ist alles möglich, zumal wir im Halbfinale unserem Lokalrivalen TSV Wankendorf aus dem Weg gehen“, sagte Obmann Dirk Ruckpaul. In der Vorschlussrunde bekam es das SG-Team mit der Überraschungsmannschaft des Wettbewerbs zu tun. A-Klassist SV Tungendorf II hatte sich erst am Freitag als Zweiter des Qualifikationsturniers einen Platz im Hauptfeld gesichert.

Marcel Petitjean traf für Bornhöved/Schmalensee schnell zum 1:0. Weil SG-Akteur René Danker in Torwartmanier den Ausgleich verhinderte, zeigte ihm Schiedsrichter Torben Dwenger die Rote Karte.

Nico Clasen scheiterte mit dem Strafstoß an SG-Keeper Patrick Rehberg, erzielte aber im Nachschuss das 1:1. Die Gastgeber taten sich schwer gegen den Außenseiter. Doch dann gelang Murat Ocak das erlösende 2:1.

Im zweiten Halbfinale schaltete Landesliga-Schlusslicht TSV Wankendorf den Titelverteidiger aus. Die Lübecker Auswahl Ein Herz für Kinder, in der mit Patrick Nagel, André Kalbau und Kamil Krol drei frühere Spieler des SV Todesfelde am Ball waren, kam schwer in die Partie. Erst, nachdem Tobias Jantzen (2) und Tom Steinmetz ein 3:0 für Wankendorf herausgeschossen hatten, ließ die für den guten Zweck spielende Auswahl ihr Können aufblitzen. Nagel verkürzte per Doppelpack, doch Jantzen machte mit dem 4:2 für die Wankendorfer alles klar. Kalbau, redselig wie eh und je, beschwerte sich in der Schlussphase über einen Pfiff von Schiedsrichter Joachim Schwarze. Der blieb cool: „Was kann ich dafür ? Habe ich festgehalten oder du ?“ Für Platz 3 nahm die Auswahl 200 Euro und einige von den Zuschauern prall gefüllte Spendendosen mit. Dazu kam der Preis für den besten Torschützen ab der Zwischenrunde. Nagel setzte sich gegen den Wankendorfer Jantzen (beide 6 Tore) im Stechen durch.

Im Endspiel ließen die Wankendorfer die SG Bornhöved/Schmalensee kommen und lauerten auf Konter. In der 3. Minute mit Erfolg. Jantzen erzielte das 1:0. Der Rückstand brachte die Hartmann-Schützlinge nicht aus der Fassung. Geduldig zogen die Gastgeber ihr Angriffsspiel auf und tappten kein zweites Mal in die Konterfalle. Jonas Griese erzielte in der 8. Minute den Ausgleich. Als Griese zwei Minuten später gegen den zum besten Schlussmann des Honda-Cups gewählten Matthias Balzer sein zweites Tor erzielte, lagen alle Trümpfe bei Bornhöved/Schmalensee. Torwart Patrick Rehberg, Jonas Griese, Patrick Mester, Marcel Petitjean, Kai Dose, Sebastian Brügmann, Florian Bruckschlögl, Valdrin Idrizi, Murat Ocak und René Danker transportierten den knappen Vorsprung ins Ziel. Der Lohn war üppig: Bei der Siegerehrung gab es neben der Trophäe 640 Euro aus dem prall gefüllten Prämientopf.

„Das Turnierwochenende war eine runde Sache“, freute sich Lothar Rath, Sprecher des Honda-Cups. „Auf dem Feld ging es trotz aller Rivalität zumeist entspannt und fair zu. Die Tribüne war an allen Tagen gut gefüllt – und wir haben den Honda-Cup endlich zum ersten Mal gewonnen !“
image003SG-Team gab im Verlauf des Turniers keinen Punkt ab


SVT II gelingt dicke Überraschung

23. Honda-Cup in Bornhöved:

A-Klassist wird erst im Halbfinale gestoppt / TSV Wankendorf verliert Endspiel gegen Gastgeber

image004
Das Aus in der Zwischenrunde ereilte den SV Wasbek, auch wenn Enes Özkan (re.) hier Kai Dose (Bornhöved/Schmalensee) entwischt.


image005
Bester Torwart: Bornhöveds Bürgermeister Reinhard Wundram (re.) ehrte Wankendorfs Schlussmann Matthias Balzer.

Arne Schmuck und André Sell  Bornhöved

Haarscharf verpasste Fußball-Landesligist TSV Wankendorf gestern Abend seinen insgesamt siebten Turniertriumph beim Honda-Cup in Bornhöved. Die Schützlinge von Trainer Heiko Hansen zogen im Finale der 23. Auflage gegen den Gastgeber SG Bornhöved/Schmalensee mit 1:2 den Kürzeren.


Tobias Jantzen brachte den Sechstligisten in Führung, mit einem Doppelpack wendete Jonas Griese das Blatt zu Gunsten der Hausherren. Der erfolgreiche Ost-Verbandsligist, der seine neun Turnierspiele allesamt gewann und dabei 36:6 Tore verbuchte, strich 650 Euro ein. Für den Rekordsieger des Bornhöveder Events blieben diesmal 400 Euro. Damit konnte Wankendorf gut leben. „Ich bin sehr zufrieden, nachdem wir ja bereits am zweiten Weihnachtstag in der Holstenhalle den dritten Platz belegt hatten“, erklärte Hansen. Nur die Art und Weise, wie das Finale verloren gegangen war, ärgerte den Coach. „Konkret will ich dazu nichts sagen, sonst gibt es vielleicht noch Ärger“, deutete er an, mit der Schiedsrichterleistung nicht einverstanden gewesen zu sein. „Eventuell geben uns die beiden Erfolge in der Halle ja einen Schub für die Punktrunde“, meinte Hansen, dessen Schlussmann Matthias Balzer zum besten Torwart in Bornhöved gewählt wurde.

Ein ganz starkes Turnier legte neben den beiden Endspielteilnehmern auch völlig überraschend der SV Tungendorf II hin. Der A-Klassist kämpfte sich über die Knochenmühle Qualifikation ins Hauptfeld, schaffte dort sogar den Sprung bis ins Halbfinale und avancierte somit zum zweitbesten von insgesamt zehn Neumünsteraner Vertretern in Bornhöved. Erst der spätere Turniersieger war Endstation für die Reserve vom Süderdorfkamp, die es anschließend im Duell um Bronze mit dem Titelverteidiger „Ein Herz für Kinder“ zu tun bekam und gegen das Auswahlteam um den früheren VfR-Regionalligaspieler Patrick Nagel mit 2:5 verlor. „Ein Herz für Kinder“ gewann somit 200 Euro, zusätzlich sicherte sich Nagel in einem Shoot-Out mit dem torgleichen Wankendorfer Jantzen noch die Torjägerkrone (sechs Treffer). Dem SVT II waren 150 Euro vergönnt. Tungendorfs Trainer Markus Hinz konstatierte: „Eigentlich wollten wir in der Qualifikation nur ein bisschen Spaß haben, plötzlich standen wir in der Vorrunde. Überragend, dass wir diese und anschließend auch noch die Zwischenrunde überstanden haben. Hut ab vor meiner Mannschaft, die mit Ausnahme des Ligaspielers Felix Piaskowski tatsächlich ausschließlich aus Akteuren der Reserve bestand. Schade nur, dass sich Hermann Kaiser ausgerechnet im letzten Spiel noch verletzt hat.“

Sieben Vertreter der Schwalestadt, darunter auch die A-Jugend-Spielgemeinschaften Wankendorf/Bornhöved und Boostedt/Großenaspe/Gadeland, schafften den Sprung in die Zwischenrunde nicht. Dritter im Bunde der „Weitergekommenen“ war der SV Wasbek, dem jedoch der Sprung ins Halbfinale deutlich verwehrt blieb – der Verbandsliga-Viertletzte blieb mit einem Punkt als Schlusslicht seiner Zwischenrundengruppe hängen.

Einen bitteren Jahresabschluss indes erlebte der Ruthenberger SV. Das mit drei Minuspunkten in die Saison gegangene und seither komplett erfolglos gebliebene A-Klassen-Schlusslicht hatte auch in Bornhöved nichts zu bestellen. Wie in der Meisterschaftsrunde gab es keinen einzigen Zähler für den RSV, der in der Honda-Cup-Qualifikationsrunde mit 3:34 in sechs Spielen auch noch ein katastrophales Torverhältnis einfuhr.

Insgesamt pilgerten an drei Turniertagen rund 700 Zuschauer nach Bornhöved, darunter 300 am gestrigen Finaltag. Lothar Rath aus dem Organisationsteam des Honda-Cups blickte abschließend der 24. Auflage in der kommenden Saison entgegen: „Schön wäre, wenn wir dann auch mal ein paar neue Vereinsnamen bei uns begrüßen dürften.“